Ist hier noch irgend jemand? Hier ist ja (schon wieder) ewig nichts passiert, schämen sollte ich mich. Es hagelt ja jetzt überall Jahresrückblicke, und ich dachte mir, es wäre mal an der Zeit wieder von uns hören zu lassen. In aller Kürze: 2016 kann dann jetzt weg. Tschüss. Auf wiedersehen. Aber lest selbst …

Die gute Nachricht zu erst: wir leben alle noch. Und jetzt kommt der ganze große Rest… Kurz nach dem ich verheißungsvoll verkündete, dass ich wieder am Leben bin, startete das Wunderbaby in seinen ersten Krankenhausaufenthalt. Wir haben relativ harmlos angefangen, nämlich mit einem krankhaften Reflux – das Wunderbaby hatte furchtbares Sodbrennen – und so kam es, dass nach diesem Aufenhalt alles besser wurde. Er bekam etwas gegen die Schmerzen und stellte das Schreien nahezu gänzlich ein. Uns allen ging es von da an wunderbar, auch Maritz wurde wieder etwas ausgeglichener. Und dann, nur zwei Wochen später, erhöhten wir den Schwierigkeitsgrad schon mal ein wenig: Maritz brachte Fieber, Husten, Schnupfen und eine Bindehautentzündung mit nach Hause. Das Wunderbaby bediente sich, optimierte das Ganze etwas, und landete im Alter von 2,5 Monaten mit einer schweren Bronchitis für eine weitere Woche im Krankenhaus. Und das Übel nahm seinen Lauf … leider erholte sich die kleine Lunge nie ganz davon. Unser Wurm giemt und pfeift seither fürchterlich und strengt sich hör- und sichtbar beim atmen an. Er gedeiht jedoch wunderbar (er befindet sich nach wie vor wirklich jenseits jeglicher Perzentilen …), und es schien ihm trotz der Atemproblematik ganz gut zu gehen. Wir tingelten wenig erfreut von Arzt zu Arzt, schraubten an der Medikation rum, und hofften es würde vorüber gehen. Nach ca. drei Wochen mit Salbutamol und Cortison bildeten wir uns eine leichte Besserung ein, und dann kam, was kommen musste: der nächste Infekt stand ins Haus …

… Maritz ging es ganz grausig. Er fing an wie verrückt zu husten, dann bekam er hohes Fieber, fing an zu giemen und pfeifen, weinte viel und fand keine Ruhe, auch dann nicht, wenn das Fieber gesenkt wurde. Wir waren schon etwas nervös, aber plötzlich ging es wieder bergauf. Das mulmige Gefühl, dass sich das Wunderbaby wohlmöglich anstecken könnte, machte uns zu schaffen. Nicht unbegründet. Kurz darauf fing das kleine große Bündel an zu husten, zu schniefen und zu jammern. Pfeifen und giemen tat er ja sowieso. Und dann, am Abend des 21. Dezembers und damit wenige Stunden vor Maritz‘ Geburtstag, war sein Zustand nicht mehr tragbar. Er hatte Atemaussetzer, die sich gewaschen hatten, presste, giemte, pfiff, jammerte und wimmerte, war kaum wach zu bekommen und stellte das trinken ein. Wir waren doch am Vormittag noch beim Arzt! Wir fackelten nicht lange und packten in Windeseile eine Tasche, uns war klar, dass er nicht nach Hause dürfte. Nicht mehr an diesem Abend. Und dann der worst case für seine angeschlagenen Atemwege: RSV. Das war dann wohl der Endgegner – im ersten Level jedenfalls. Nach sechs langen Tagen Krankenhaus-Quarantäne, und das alles über Maritz‘ Geburtstag und Weihnachten, kam das Wunderbaby wieder nach Hause. Natürlich ist er noch lange nicht gesund, RSV ist eine wirklich fiese, gemeine, gruselige, langwierige Sache, er hustet und schnupft ganz schlimm, und dem giemen & pfeifen widmen wir uns dann 2017 wieder (geplant war eine Bronchoskopie und wasweissich, aber mal sehen, lassen wir ihn erstmal gesund werden. Oder versuchen es zu mindest.). Nur einige Stunden nach der Rückkehr, holte ich Maritz mit fast 40 Fieber aus dem Bett – ich muss nicht erwähnen, dass mir der Ar*** wirklich auf Grundeis ging. Zum Glück (ja, das ist gemein, ich weiss!!) ist es „nur“ eine Blasenentzündung. Die nächste Erkältung kommt bestimmt – keine Frage, und die erste erkältete Person war leider schon hier – aber ich hoffe inständig, dass es nicht morgen ist. Und nicht übermorgen. Und wenn sie kommt, müssen wir alle ein bisschen hoffen, dass das Wunderbaby es irgendwie einigermaßen verkraftet. Ich bin wirklich erschöpft, wenn ich in einer Nacht insgesamt fünf Stunden Schlaf bekomme – am Stück ist daran sowieso nicht zu denken – ist das viel. Aber bisher schaffe ich es jeden Morgen, wieder aufzustehen. Und vor allem auch die schönen Momente zu sehen, die jeder Tag für uns bereit hält.

Ich bin in erster Linie dankbar – 2016 hat uns eine neue Wohnung gebracht, sehr viele schöne Momente bereit gehalten und uns unseren zweiten Sohn geschenkt. Seine Geburt war wunderbar, ein tolles Erlebnis, das mich mit vielem versöhnt hat. Unser Goldjunge Maritz ist auf die Beine gekommen, er ist zu einem äußerst sprachgewandten, liebenswerten, anstrengenden, zuckersüßen und quirligem, lauten Kleinkind geworden und wir sind unglaublich stolz auf ihn und glücklich ihn zu haben. Unser kleines Wunderbaby hat alles schwer ins wanken gebracht, die ersten Monate seines Lebens waren wirklich anstrengend, laut und von Verzweiflung geprägt. ABER – abgesehen von dieser kräftezehrenden Krankengeschichte – inzwischen ist er ein ganz liebes, fröhliches und genügsames Baby geworden. Er hat ganz früh angefangen aus vollem Herzen zu lachen und tut das mit Begeisterung, selbst unter gemeinen Umständen, und ich könnte verliebter nicht sein. Trotzdem: ich habe genug. 2016, vielen Dank für alles, was du uns gebracht hast – aber nun, nun darfst du gehen. Ich hoffe, das kommende Jahr hält schlichtweg weniger Krankenhausgeruch und weniger Sorgen um die Gesundheit der Kinder für uns bereit. Mehr brauch ich gar nicht, schätze ich. Ich bin sehr glücklich mit meinen drei Männern, und hoffe, 2017 ein wenig öfter dazu zu kommen, in die Tasten zu hauen… Wenn ihr denn mögt? Es muss sich ja schon ein wenig lohnen … ;-).

Euch allen einen guten Rutsch in ein spannendes, gesundes Jahr 2017!

Advertisements